Alpen-Marathon

Tour "Serre Chevalier": 290 Kilometer Rund-Tour inklusive Col de l'Iseran.

Start und Ziel in Briançon: Durch das Serre Chevalier hinauf in den Norden – 6 schöne und abwechslungsreiche Alpenpässe.

Die Alpenpässe-Tour “Serre Chevalier” ist nahezu eine Rund-Tour, und mit 290 Kilometern und 6 Alpenpässen in etwa 7 Stunden zu fahren. Das ist anspruchsvoll, aber fantastisch abwechslungsreich, und füllt einen ganzen Tag.
Als Ausgangspunkt ist die kleine, wunderschöne und historische Stadt Briançon gewählt. Sie ist Mittelpunkt des Serre Chevalier, einer Region die etwa ab dem Col de l'Izoard im Süden beginnt und im Norden am Col du Galibier endet – die Erklärung für den Tour-Namen.

DIe Tour führt über 6 Alpenpässe und beinhaltet zwei Vorschläge zu “Sehenswürdigkeiten”, obgleich eine Reihe weiterer, interessanter Stopps auf der Strecke liegen. DIe Alpenpässe sind, der Tour-Reihenfolge nach, der Col du Lautaret, der Col du Galbier, der Col du Télégraphe, der Col de l'Iseran, der Col du Mont Cenis und zum Abschluss der Col de l'Echelle.

Tour "Serre Chevalier": 290 Kilometer Rund-Tour inklusive Col de l'Iseran.
Tour "Serre Chevalier": 290 Kilometer Rund-Tour inklusive Col de l'Iseran.
Bild li.: Die Tour führt ab Briançon durch das Tal der Guisane, im Serre Chevalier, über den Col du Lautaret zum Col du Galibier. Hier im Hintergrund zu sehen. Biled re.: Auf der Nordseite, zwei Kilometer unterhalb des Tunnels, liegt eine Almhütte, das "Chalet Les Granges du Galibier". Ein Stopp lohnt sich. Es gibt hervorragenden Käse und weitere Produkte aus der Gegend, wie beispielsweise Kräuterlimonaden.

Briançon ist ein attraktiver Start-/Ziel-Punkt für einige Touren in diesem Teil der Westalpen. Es sind Touren in den Süden bis zu den ersten Schluchten wie die Gorges da Guil möglich, genauso wie in den Südosten, die Alpenpässe wie den Col de la Bonette, den Col Agnel oder den Col de la Lombard einschließen. Sogar gemäßigte Offroad-Touren sind ab Briançon in Tagestouren einzubinden. Mit der “Asietta Grenzkammstraße”, lässt sich beispielsweise der Colle delle Finestre gut kombinieren.


Und weitere Touren bieten sich in den Norden an. Wie eben diese, die Tour “Serre Chevalier” – eine kurze Beschreibung:
Ab Briançon sind es etwa 45 Kilometer die es gemächlich durch das Tal der Guisane ständig nach oben geht – über eine breite, gut asphaltierte Straße, zum ersten 2000er, dem Col du Lautaret. Hier ist entspanntes Cruisen angesagt. Die Passhöhe des Col du Lautaret kommt relativ unbemerkt, da ab hier, ungewöhnlicherweise, weithin sichtbar eine weitere Straße abzweigt und stetig bergauf führt, zum Col du Galibier. 
Diejenigen, die die Strecke zum Col du Galibier wählen sehen den Col du Lautaret in den wenigsten Fällen als echten Alpenpass. Zu Unrecht! Denn, zweigt man nicht ab, und folgt der Straße, geht es ab der Passhöhe auch wieder hinunter, Richtung Le-Bourg-d'Oisans, dass dann nur mehr auf 720 Höhenemetern liegt. Bedeutet: Etwa 1500 Höhenmeter Abfahrt. 
Unsere Tour führt aber weiter zum Col du Galibier, dem fünft-höchsten Pass in den Alpen. Ab der Abzweigung vom Col du Lautaret wird die Strecke anspruchsvoller. DIe Straße ist jetzt schmaler, und teilweise fehlt jede Randbefestigung. Außerdem ist auf größere entgegen kommende Fahrzeuge zu achten. Da, etwa einen Kilometer unterhalb der Passhöhe, durch den Col du Galibier ein Tunnel führt, ist er für so manches Wohnmobil eine attraktive Reise- und Erlebnis-Route.
Die Strecke über die Passhöhe ist für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen gesperrt. Gut so. Sie ist kurvig und schmal. Auf der Passhöhe sollte man etwas Zeit einplanen. Fotos vor den Verkehrsschildern aus Stein müssen sein. Auch der Blick durch den “Metall-Adler” auf die imposanten Gebirgsformationen, das Wappen des “Serre Chevalier”, ist einzuplanen. Grundsätzlich ist im oberen Streckenabschnitt, zu beiden Seiten, grandiose Aussicht geboten.
Auf der Abfahrt nach Valloire, einem attraktiven, historischen Bergdorf, liegt eine ehemalige Almhütte. Anhalten und Käse probieren lohnt.
Die Rampe auf dieser Seit ist weniger spektakulär als die die Rampe auf der Südseite. Hier kommt man flüssig voran. 
Auf Valloire folgt der, vor allem von der Tour de France bekannte, Col du Télégraphe. Dieser Alpenpass ist etwas weniger als 1600 Meter hoch. Valloire liegt bereits jenseits der 1400 Höhenmetern. So führt ledigich eine lange und gerade verlaufende Rampe auf die Passhöhe – bestens geeignet, um die spektakuläre Aussicht ins Tal zu genießen. 
In Valloire wie am Col du Télégraphe gibt es Restaurants und Cafées – vielleicht ein guter Zeitpunkt für eine Pause, bevor es über einen längeren Abschnitt auf der Landstraße zum Col de l'Iseran geht.
Die Abfahrt vom Alpenpass Col du Télégraphe ist kein Vergleich zur Auffahrt. Etwa 20 Kurven, darunter einige Haarnadelkurven bringen einen nach Saint-Michel-de Maurienne. Hier biegt man ab Richtung Col de l'Iseran.
Auf der Strecke dahin, nach dem ort Villarodin liegt auf der anderen Talseite das Fort Victor Emmanuel. Ein spektakulärer Anblick einer imposanten Festung, die zu Zeiten der Kaiserin Maria-Theresia gebaut wurde. Auf dieser Seite des Tales liegt bereits eine erste “Vor”-Festung, von dem aus über eine Brücke die eigentliche Festung erreicht werden konnte. Das Fort ist jeden Besuch wert, müsste aber über die gegenüberliegende Talseite angefahren werden – ein großer Umweg, der zeitlich bei der Länge dieser Tour nicht gegeben ist.
Nach etwa 60 Kilometern Landstraße, ab Saint-Michel-deMaurienne erreicht man den bezaubernden Ort Bonneval-sur-Arc, vor einigen Jahren als schönstes Dorf Frankreichs gekürt. Ab hier beginnt die Auffahrt zum höchsten asphaltierten Pass in den Alpen, zum Col de l'Iseran.
Eine gut asphaltierte, breite, kurvige, aber gut fahrbare Straße führt hinauf zum König der Alpen. Die Passhöhe bietet eine grandiose Aussicht, ein Restaurant und eine alte Kirche, die Notre-Dame de Toute Prudence. Halbzeit. Ab jetzt geht es ein Stück zurück, vorbei an Bonneval-sur-Arc – das sich übrigens als späte Mittagspause empfiehlt.

Hotel Empfehlungen Werbung

Nach Bonneval-sur-Arc, bei Lanslebourg verlässt man  die Strecke, und zweigt ab zum Col du Mont Cenis, einem Skigebiet auf dieser Seite des Alpenpasses. Daher ist es nicht verwunderlich, dass eine breite gut ausgebaute Straße über gerade mal fünf Kehren auf das Hochplateau des Col du Mont Cenis führen. Die Passhöhe ist hier schnell erreicht, doch ab hier führt eine mehere Kilometer lange Straße entlang des Sees, vorbei an der Staumauer Richtung östliche Rampe. Der Lac du Mont Cenis ist zwar künstlich gestaut, dennoch aber sehr malerisch in das Hochtal eingebettet. Eine Reihe von Forts und Bunkeranlagen zu beiden Seiten des Sees deuten an, dass wir uns in der Nähe zur Grenze nach Italien befinden.
Ein Halt entlang des Sees ist einzuplanen. Hier gibt es einige Restaurants und Cafées – allesamt mit Blick auf den See.

Die Abfahrt vom Alpenpass Col du Mont Cenis beginnt spektakulär. Über einige Spitzkehren ist eine Steilwand zu überwinden, ehe ein weiteres Hochtal erreicht wird, wo auch die Grenzstation zu Italien steht – in der Regel aber nicht besetzt ist.

Auch die weitere Strecke hinunter nach Susa bietet viele schöne und abwechslungsreich zu fahrende Kurven. Da Susa etwa 500 Meter hoch liegt, ist diese Rampe deutlich länger. Und wichtig zu erwähnen: Auf italienischer Seite ist der Zustand der Straße deutlich schlechter.
Ab Susa geht es in westlicher Richtung, über Bardonecchia, weiter zum letzten Alpenpass der Motorradtour, zum Col de l'Echelle.
Auf dem Weg dahin liegt das Forte di Exilles – eine alte Festung, die traurige Berühmtheit erlangt hat. Angeblich wurde hier der “Mann mit der eisernen Maske” sein Leben lang festgehalten. Ein Besuch lohnt, wenn Zeit und die Festung offen ist. 
Der Col de l'Echelle bietet noch einmal, zum Abschluss der Motorradtour, einige schöne Kurvenkombinationen und mehrere kurze, unbeleuchtete Tunnel, ehe es dann auf relativ geradem Weg zurück Richtung Briançon geht.

Das PDF zur Tour gibt es hier anzusehen … 
Und hier ist der Link zur Tour im Alpenpässe-Atlas, um GPS-Daten herunterzuladen.